Naturwunder hinter dem Haus: Naturbrücke, Strudeltöpfe und Wasserfall
Keine zehn Minuten vom Hotel Alpensonne entfernt könnt Ihr gleich drei Naturdenkmäler bestaunen. Man kann diesen Ort einfach übersehen und daran vorbeilaufen, ohne etwas davon zu bemerken. Man kann aber auch richtig viel Zeit hier verbringen.
Kommt mit – ich zeige euch, wie schön es ist! Damit ihr einen Überblick gewinnen könnt, habe ich euch eine Skizze gezeichnet.

Wenn man von unserem Hotel in der Eggstraße aus losgeht (Bus Nr. 2, Haltestelle Sonnegg), dann kommt man von "rechts unten" und erreicht zunächst den Naturerlebnisplatz mit dem Wassertretbecken und Ruhebänken. Ihr könnt auch vom Sportplatz aus loslaufen (Bus Nr. 3, Haltestelle Sportplatz) und kommt dann "von links" auf die Karte gelaufen. Oder man kommt vom Mahdtalhaus – das wäre in diesem Fall "von rechts". Wie es dann weitergehen kann, seht ihr hier in der Skizze. Ihr seht schon, es gibt nicht nur einen richtigen Weg, auf dem man der Reihe nach alle schönen Stellen anschauen könnt. Es gibt einen breiteren Wanderweg außen herum und mehrere kleine Wurzelwege, die sich kreuz und quer hindurch schlängeln. Je nach dem, von welcher Seite ihr kommt, könnt ihr alles in eurer eigenen Reihenfolge kennenlernen.
Lieblingsplatz: Der Zusammenfluss von Schwarzwasserbach (links) und Aubach (rechts)

Direkt über den Zusammenfluss von Aubach und Schwarzwasserbach führt eine breite Brücke, von der aus man diesen schönen Blick hat. Ein echter Lieblingsplatz. Es ist gleichzeitig spannend und beruhigend, am Brückengeländer zu lehnen und zu beobachten, wie die Strömungen der beiden Bäche ineinander verschmelzen. Das Wasser fließt, rieselt und gluckert, plätschert und spratzelt, schnellt um die Felsen oder tropft müde von ihnen hinunter.
In diesen Bächen fließt nur der Niederschlag, der hier im Tal gefallen ist. Wenn dieses Wasser abgeflossen ist, dann ist es weg. Nach ein paar trockenen Wochen im Sommer können die Bachbetten daher auch mal komplett leer sein.
Bei Niedrigwasser sind die ausgespülten Gumpen des Schwarzwasserbaches (links), die Felsenbecken besonders deutlich zu erkennen. Im Aubach (rechts) kommen dann die dick mit Moos und Algen bedeckten Flusskiesel zum Vorschein. Es fällt nur wenig Sonne in die Bachbetten. Selbst im Hochsommer ist es daher angenehm feucht und kühl hier unten.
Nach einem kräftigen Gewitterschauer oder einem langen sanftem Sommerregen sind die Bäche dann auf einmal wieder da. Und oft auch richtig, richtig voll! Kaum vorstellbar, dass man ein paar Tage zuvor noch durch’s Bachbett laufen konnte.




Auch sehr spannend: Der Schwarzwasserbach und der Aubach haben zwar eine ähnliche Breite, aber nicht immer fließt in beiden gleich viel Wasser. Manchmal haben sie sogar unterschiedliche Farben - zum Beispiel, wenn es irgendwo einen lokalen, heftigen Gewitterschauer gab, der viel Schlamm in einen der Bäche gespült hat.
Schwarzwasserbach
Der Schwarzwasserbach kommt aus dem Schwarzwassertal und war schon im Wasserfall an der Melköde, ist unterhalb der Auenhütte vorbeigeflossen und durch die Kessellöcher gefallen. Oberhalb des Sportplatzes verschwindet ein Teil seines Wassers in einer Höhle und kommt erst kurz vor der Naturbrücke wieder an die Oberfläche.

Aubach
Der Aubach fließt unterirdisch vom Gottesacker heran, denn das Bergmassiv ist in diesem Bereich von unzähligen Spalten und Höhlen durchzogen. Der Aubach entspringt nur ein paar hundert Meter von hier entfernt, daher verbringt sein Wasser nicht viel Zeit an der Erdoberfläche und es hat selbst im Hochsommer unter zehn Grad. Das ist richtig kalt! Da viele Regenschauer im Sommer nur sehr lokal sind, sind auch die in den beiden Bächen abfließenden Mengen recht unterschiedlich. Der Aubach ist der gleichmäßigere von den beiden. Hier fließt es oft noch, wenn der Schwarzwasserbach schon ein paar Tage trocken liegt. Aber wie ihr auf den Fotos oben sehen konntet, gibt es auch im Aubach "leere Zeiten".


Die Naturbrücke
Eine Kurve weiter befindet sich die Naturbrücke. Der Pfad vom Hauptweg zu ihr ist beschildert, aber ein bisschen versteckt ist sie schon.
Die Naturbrücke ist ein Fels, der sich über mehrere Meter frei über den Schwarzwasserbach spannt. Man kann über diesen Fels gehen, wie über eine Brücke - und auf der Naturbrücke wachsen sogar Bäume. Je nachdem, von welcher Seite man kommt, erreicht man sie über eine Treppe oder eine Leiter. Unter diesem Fels fließt der Schwarzwasserbach hindurch. Das kann bei Hochwasser schon sehr wild aussehen!



Aber selbst, wenn bei der Schneeschmelze oder nach ein paar Tagen Sommerregen das Wasser zwischen den Felsen hinunter tost, so habe ich die Naturbrücke noch nie überspült gesehen. Da direkt danach mehrere kleine und ein großer Wasserfall folgen, staut sich das Wasser nicht auf, sondern rauscht einfach weiter. Beeindruckend. Und immer wieder staune ich bei dem Gedanken, dass diese vielen Kubikmeter Wasser, die hier hindurch tosen, alle als Regentropfen oder Schneeflocken in‘s Kleinwalsertal geschwebt sind.
In Wochen mit wenig Niederschlag oder in kalten Winterwochen kann es dann auch bei der Naturbrücke recht leer sein. Es ist einfach ein schöner Platz. So oft ich hier auch vorbeikomme, so zeigt sich fast nie der gleiche Anblick.
Die Strudeltöpfe
Bachaufwärts von der Naturbrücke befinden sich die Strudeltöpfe. Am oberen Ende der Leiter beginnt ein kleiner Wurzelpfad , der sich einige Schritte in den Wald hinein zieht. Hier kann man bestaunen, was der Schwarzwasserbach im Laufe der Jahrtausende geschaffen hat. Das Wasser hat zusammen mit kleinen Gesteinsbrocken den Fels ausgewaschen, abgetragen und runde Vertiefungen ausgehöhlt.


Wenn Ihr einmal nach einem kräftigen Regen hier seid, dann könnt Ihr die Strudel deutlich sehen. Sie bilden sich immer wieder an den gleichen Stellen. Manchmal drehen sich abgebrochene Äste tagelang im gleichen Strudel, bis sie dann bei niedrigerem Wasserstand endlich weiterkommen.
Wasserfall
Bachabwärts, nach dem Zusammenfluss von Aubach und Schwarzwasserbach folgt dann noch der Wasserfall. Auch er zeigt sich ganz unterschiedlich, je nach dem wie die Niederschläge in den Tagen und Wochen davor waren.
Manchmal hört man ihn schon von weitem. Es rauscht und tost, laut und beeindruckend.
Nach einer längeren Trockenzeit oder im Winter, wenn der Niederschlag als Schnee fällt und nicht in den Bächen abfließt, ist er nur ein schmales Rinnsal oder ganz leer.



Jedes Mal ist es anders, immer ist es schön. Langweilig wird diese Stelle nie. Noch mehr schöne Stellen des Kleinwalsertals und viele Bilder findet ihr in unserem Buch "Bergliebe Kleinwalsertal"
Text und Bilder: Nele Sieg